Der rote Faden für Wolle und Zubehör zum Häkeln von Amigurumi
Letzte Woche habe ich euch berichtet wie es mir als absoluter Häkelfrischling so mit meinen ersten Versuchen in Amigurumi erging. Das Projekt war ja keine durchweg glänzende Vorstellung meinerseits und wenn dann hätte ich eher einen Preis für Verknotungskünste gewonnen. Aber dennoch: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Alle, die sich auch ehrgeizige Häkelprojekte als Anfänger vornehmen wollen, können anhand dieser Serie im Blog das Häkeln von ach-gott-sind-die-süß (ein kleiner Quietschanfall ist jetzt durchaus angemessen) Amigurumis lernen. Im zweiten Teil stelle ich geeignete Wollen, gängige Häkelnadeln und Zubehör vor, damit der Start in unseren Häkelkurs so angenehm wie möglich wird. Falsche Produkte und minderwertige Qualität rauben ansonsten den letzten Nerv. Das muss nicht sein. Nehmen wir also im zweiten Schritt des Amigurumi-Projekts den roten Faden auf.

Welche Materialien benötige ich für Amigurumi?

Für die Grundausstattung benötigt ihr überhaupt nicht viel. Mit Häkelnadel, Wolle, Füllmaterial und eine Stopfnadel könnt ihr bereits Amigurumis selber machen. Für Verzierungen von Gesicht und Körper werden nach eigenem Geschmack unterschiedliche Materialien verwendet. Eine Auflistung findet ihr weiter unten dazu. Amigurumis eignen sich grundsätzlich hervorragend dazu Reste zu verwerten, aber dazu auch weiter unten im Text mehr. Zunächst starten wir mit den Basics.

Welche Häkelnadeln sind geeignet für Amigurumi?

Erst einmal gehen wir an den harten Stoff. Keine Panik, Häkelnadeln sollten schön stabil sein und gut in der Hand liegen. Besonders bei den dünnen Modellen, die wir für Amigurumis verwenden, ist das sehr wichtig. Zu schwer darf die Häkelnadel allerdings auch nicht sein. Klar, dass dann die Häkelarbeit schnell keinen Spaß mehr macht, denn als Anfänger verkrampft man doch recht schnell vor Konzentration. Die falsch gekaufte Nadel wird dann schnell zur Geduldsprobe. Häkelnadeln werden in verschiedenen Materialien angeboten. Bewährt haben sich Metall und Kunststoff, da sie die eben genannten Vorraussetzungen bestens erfüllen, also leicht und gleichzeitig stabil sind. Außerdem sollte die Spitze der Häkelnadel super glatt sein. Besonders bei Kunstoffmodellen müsst ihr beim Kauf darauf achten, dass kein Widerhaken im Material vorhanden ist.
Häkelnadeln gibt es in unterschiedlichen Stärken. Die Stärke der Häkelnadel muss zum Garn passen, damit das gewünschte Maschenbild später erreicht wird. Dicke Häkelnadeln ergeben natürlich größere Maschen, mit dünneren Exemplaren können feinere Arbeiten gehäkelt werden. Grundsätzlich ist es jedoch ratsam vor Beginn der Arbeit selbst zu testen welche Stärke der Häkelnadel zum gewünschten Maschenbild führt. Anleitungen oder den Angaben auf Banderolen von Garnen solltet ihr nicht blind folgen. Zudem hat jeder auch einen eigenen Häkelstil und die Maschen fallen bei einigen eher lockerer aus, bei anderen werden sie wiederum fester. Daher fertigt man ein Probestück an, doch dazu beim nächsten Blogbeitrag mehr.
Wie ihr schon ahnen könnt, benötigen wir für die kleinen Häkeltiere die dünneren Nadeln. Grundsätzlich ist es ratsam verschiedene Größen im Hause zu haben, weil eben das Maschenbild unterschiedlich ausfallen kann oder vielleicht sogar anders sein soll. Für Amigurumi benötigt man in der Regel Häkelnadeln in den Stärken 2,0 bis 3,5 mm. Trotzdem ist es nicht verkehrt ebenfalls andere Größen parat zu haben. Die passenden Häkelnadeln findet ihr in allen Größen im VBS-Onlineshop.


Wer tiefer in das Häkeln von Amigurumis einsteigen möchte sind die Häkelnadeln von addi zu empfehlen. Sie liegt durch ihre ergonomische Form besonders gut in der Hand und erleichtert das feine Häkeln der kleinen Tiere und Figuren ungemein.

Welche Wollen und Garne eignen sich am besten für Amigurumi?

In den meisten Anleitungen werden Amigurumi mit einem Garn gehäkelt, das eine Lauflänge von 125 Metern hat und 50 Gramm schwer ist. Die Nadelstärke ist dann häufig mit 2,5mm  angegeben. Zudem soll es reines Baumwollgarn sein. Bewährt unter Amigurumi-Fans hat sich daher die Wolle Catania von Schachenmayr. Sie ist schön fein und glatt mit einer leicht glänzenden Oberfläche. Das passt sehr gut zu den filigranen Häkeltierchen.



Weitere Farben
der Wolle Catania findet ihr im VBS-Onlineshop. Übrigens ist es ratsam Wolle von Experten zu kaufen, also von Firmen, die für beständige Qualität bekannt sind. Die Qualitätsgarne lassen sich leichter verarbeiten und ribbeln während des Häkelns nicht auf. Zudem ist euer Häkelstück dann auch haltbarer und ihr (oder die Beschenkten) haben länger Freude an ihm.

Häufig findet ihr keine spezifischen Angaben zu den Garnen in Häkelanleitungen, denn grundsätzlich kann jede Wolle verwendet werden. Wenn du dir unsicher bist, ob dein ausgewähltes Garn für Amigurumi geeignet ist, musst du die Nadelstärke auf deine Wolle anpassen und ein Probestück, also eine Maschenprobe, anfertigen. Häufig ist in den Anleitungen eine Angabe zu Maschenproben zu finden. In der Blogserie werde ich mehr darauf eingehen, wenn wir mit dem Häkeln loslegen. Eine Angabe zu der Stärke der Häkelnadeln findest du in der Regel auf den Banderolen der Wollen.
Wenn ihr von den angegebenen Größen einer Anleitung abweicht, ist das überhaupt nicht schlimm. Es kann dann allerdings passieren, dass euer Amigurumi kleiner oder größer wird als ursprünglich in der Anleitung angegeben. Natürlich könnt ihr das auch absichtlich nach eigenem Geschmack so entscheiden. Für etwas größere Amigurumis können zum Beispiel Häkelnadeln in der Stärke 3,5mm verwendet werden. Die passende Wolle ist von Coats „Puppets Lyric“. Sie ist ebenfalls aus 100% Baumwolle und vielen Farben erhältlich.



Mit Effektgarnen können eure Amigurumis glitzern, zottelig werden oder wuschelige Haare bekommen. Dafür eignet sich zum Beispiel die Wolle „Fur“ von ONline. Alle Wollen und Garne gibt es im Onlineshop von VBS.

Mit welchem Material werden Amigurumis gefüllt?

Kurz bevor ihr fertig seid mit dem Amigurumi werden die kleinen Häkeltierchen ausgestopft. Das Füllmaterial bestimmt die Form und ist deswegen ein wichtiger Bestandteil. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Amigurumis zu füllen. Natürlich könnt ihr auch Stoff- oder Wollreste verwenden. Dafür muss aber das Amigurumi ein festes Maschenbild aufweisen. Ansonsten sind die Reste zu sehen und das Häkeltier hat nicht ausreichend Stabilität und wirkt formlos. Daher empfehle ich euch folgende Materialien zum Befüllen von Amigurumis:

Füllwatte ist das gängigste Füllmaterial für Amigurumis. Sie lässt sich leicht stopfen und ist schön flauschig. Zudem bietet sie eurem Amigurumi ausreichend Stabilität. Das Material ist aus Kunstfaser, waschbar und klumpt nach der Wäsche nicht. Die Füllwatte ist auch in braun zu bekommen. Für dunklere Garne ist diese Watte als Untergrund unauffälliger.
Alternativ zu der klassischen Füllwatte gibt es noch Watte in Flockenform. Für kleinere Amigurumis sind die Flocken leichter teilbar und können einfach verarbeitet werden.
Zum Stopfen kann das hintere Ende eines Stiftes verwendet werden. Wer allerdings dem Amigurumi-Hobby treu bleiben möchte, sollte sich zur Arbeitserleichterung ein Stopfwerkzeug zulegen. Das ist etwas filigraner und hat eine flache Spitze zum präziseren Ausstopfen.

Welches Zubehör benötige ich noch für Amigurumi?

Nach dem Stopfen ist das Amigurumi fast fertig. Eventuell muss noch ein paar Runden gehäkelt werden, danach ist aber definitiv das Zusammennähen von Einzelteilen an der Reihe. Zumindest dann, wenn euer Amigurumi Arme, Beine, Pfoten oder ähnliches bekommen soll. Dafür benötigt ihr eine Stopfnadel. Die könnt ihr so oder so gut gebrauchen, wenn Münder, Augen, Nasen oder Dekorationen auf die Häkeltiere gestickt werden sollen. Zur Gestaltung von Amigurumis könnt ihr allerdings die unterschiedlichsten Materialien und Gegenstände verwenden. Einige Möglichkeiten werde ich euch hier jetzt vorstellen.

Ideen für Augen und Mimik:

Perlen
• Knöpfe
Augen zum Gestalten von Stofftieren und Puppen
Pailletten
Sticktwist

Ideen für Gesicht und Körperflächen:

Zum Zuschneiden. Beispielsweise von Gesichtsflächen oder Bäuchen:

Filz
Lederreste
Stoffe und Stoffreste

Für Felle und Haare:

Plüschreste
Fell
Flauschband

Ideen für Dekorationen und Accessoires:

• .Zylinder
Weihnachtsmütze
Schal
Dekobänder für Schleifchen und Halsbänder
Glöckchen

Absolute Beginner wie ich einer bin, müssen aber jetzt nicht panisch ihren Kontostand checken! Für den Anfang benötigen wir nicht so viele Materialien. Wer dauerhaft Spaß an Amigurumis hat, kann sich nach und nach Wollen, mehr Häkelnadeln und Accessoires zusammenstellen. Wer eh gerne bastelt oder sogar häkelt, hat vieles eh schon im Hause. Und wie gesagt, für Amigurumis können wunderbar Reste verwendet werden.

Für unsere Amigurumi Testversuche solltet ihr auf jeden Fall folgendes da haben:

Häkelnadel in der Stärke 2,5 mm
Wolle Catania
Füllwatte
Stopfnadel

Bereithalten solltet ihr zudem eine Schere, Nähgarn und einen Wollfaden in einer anderen Farbe als das Hauptgarn. Dieser wird zur Markierung des Reihenanfangs benötigt.

Für die Dekoration könnt ihr je nach Projekt aus der Fülle der oben aufgelisteten Vorschläge auswählen oder eben Reste verwerten.


Nächste Woche beginnen wir dann mit der Grundform eines Amigurumis und häkeln gemeinsam das erste Mal. Ich freue mich schon darauf!

Allerliebste Grüße,
eure Sarah

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